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Hibernia

I'd hear the ocean breathe
Exhale upon the shore
I knew the tempest's blood
Its wrath I would endure

(Loreena McKennitt - Skellig)

 


Mein erster Besuch in Irland seit sieben Jahren.
Seitdem ich damals das erste Mal dieses Land betreten habe, war ich immer wie elektrisiert, wenn ich auch nur den Namen Irland hörte. Damals waren wir mehrere Tage in Dublin, haben die Wicklow Mountains erkundet und Glendalough, sind in der Guinness-Brauerei gewesen und im Trinity College. Danach fuhren wir rüber auf die andere Seite der Insel, sahen uns Galway an und die Aran Islands. Der Besuch auf Inis Mór wird für mich auf ewig unvergessen bleiben, so atemberaubend waren die Klippen und Häuser auf der kleinen Insel damals.

Am Wochenende war ich nun wieder in Irland. Ein kurzer Vorabbesuch, um die Familie kennenzulernen, bei der ich im Juli und August als Sommer-Au-pair arbeiten werde. Ich habe meine Cousine besucht, die dort zur Zeit noch als Au-pair ist und wir sind zusammen an die irische Westküste gefahren. Die engen Straßen des Ring of Kerry haben wir erobert, haben in kleinen aber feinen Hostels geschlafen und sind in der irischen Frühsommersonne erst rot und dann braun geworden.

Am Samstag waren wir auf Skellig Michael. Skellig Michael ist eine kleine Insel vor der Westküste Irlands, auf der vor 1400 Jahren ein Kloster errichtet wurde. Nachdem wir etwa anderthalb Stunden mit dem Boot gefahren waren, bäumte sich vor uns plötzlich diese Insel auf wie eine irreale Traumerscheinung. Vom Geschrei der dort heimischen Vögel empfangen, stiegen wir über einen schmalen Steg auf die so kleine grüne Insel neben der großen grünen Insel.

Knapp 600 uralte, steinerne Stufen führen hoch zur Spitze und nicht nur ab und an kippelte eine der Steinplatten unter den Füßen. So manches Mal ging mir durch den Kopf, dass die Mönche, die hier vor so langer Zeit gelebt haben, ein wenig verrückt gewesen sein müssen. Mehrere Stunden muss es gedauert haben, um mit einem unmotorisierten Schiff von der Küste zur Insel zu gelangen. Ewigkeiten muss es gebraucht haben, die steinernen Platten Stufe für Stufe aufzuschichten, um ganz oben auf dem Gipfel der Insel ein Kloster zu errichten. Mein Bild der früheren Inselbewohner wurde beim Erklimmen der Stufen immer romantisierter. Etwa 12 Mönche lebten gleichzeitig in der kleinen Steinhaus-Kolonie, durch den Atlantik getrennt vom Rest der Welt. Wie muss es gewesen sein, das Leben in einer so abgeschiedenen kleinen Gruppe von Menschen? Wie still, das Zusammenleben auf der Insel mit hunderten von kleinen Papageientauchern, die so ungelenk fliegen und wie pinguinfarbene Hasen in Erdlochwohnungen verschwinden. Wie nahe die Verbindung zu Gott, im kleinen Kräutergarten des Klosters, im dunklen Steinhaus der Kloster-Siedlung, im teils rauen Klima des Atlantiks. Das Festland konnte man am Samstag zumindest nur noch weit weit in der Ferne erahnen.

Nur die kleinere Nebeninsel, Little Skellig, war immer sichtbar. Auf ihr herrscht das Gegenteil aller Stille, denn dort befindet sich eine riesige Kolonie von Basstölpeln: Über 25000 Vögel nisten dort und je näher man heranfährt, desto lauter werden die Rufe der Vögel, desto deutlicher sieht man die unzähligen umherkreisenden Vögel in der Luft und die noch zahlreicher dort sitzenden Artgenossen. Eine Insel wie ein riesiger Bienenschwarm, ständig in Bewegung, schwirrend und laut.
Auf Skellig Michael hört man die Basstölpel nicht. Man sieht nur eine kleine Insel, die durch die Unmenge an Vögeln aus der Ferne so weiß aussieht, als sei sie von Schnee bedeckt.

 

 




 


Ich bin gespannt auf meinen irischen Sommer. Ich habe ein wenig Panik im Bauch bei dem Gedanken an die für mich ungewohnt lange Zeit, die ich nicht zu Hause sein werde. Aber nirgendwo sonst als in Irland könnte ich mir ein zweites Zuhause vorstellen.
Es wird.
Is fearrde tú Guinness.
Is fearrde tú Eire.

8.6.10 14:49
 


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